Thema 2009

„Wo gehöre ich hin?“ ist eine der brennenden Fragen des Lebens. In Zeiten der Globalisierung ist Fernweh leichter zu befriedigen als das Bedürfnis nachHeimat. Die Frage erweist sich beim zweiten Hinsehen als eminent musikalische Frage. Beim Hören vertrauter Melodien stellt sich Vertrautheit und Heimat ein, manchmal sehnen wir uns aber nach Neuem und Unerhörtem. Dieser Spannung geht das diesjährige Programm des Ensembles Consart nach.

Die Motette des Meininger Bachsohnes Johann Ludwig Bach „Wir wissen, so unser irdisch Haus“ ruft mit dem Bibeltext die Erinnerung daran auf, dass alle Heimatsuche des Menschen auf dieser Erde durch den Tod begrenzt wird und christliche Hoffnung sich darauf richtet eine Heimat Jenseits dieses Lebens und dieser Welt zu finden. Jüdische Erinnerung ist geprägt von versagter Heimat und biblischer Heimatverheißung. Deutsche Geschichte und aktuelles politisches Geschehen sind aufs engste mit jüdischer Geschichte verbunden. So haben wir im Mittelteil des Konzertes jüdischen modernen Kompositionen von Osnat Netzer und Ernest Bloch angesiedelt.

Der dritte Teil des Programmes stellt die Frage nach der Verankerung religiöser Identität in liturgischen Formen. In Zeiten der beginnenden Aufklärung, die Zeit, die den lutherischen Gottesdienst der größten Veränderung seiner Geschichte aussetzte, wandte sich Johann Sebastian Bach als Komponist der alten Form der Messe zu. Auch Johannes Brahms komponierte eine Missa canonica, deren musikalisches Material seine eigentliche Bestimmung in den späteren Motetten fand. Ihre Musik in diesen Formen ist für uns heute musikalische und religiöse Heimat. Programm hier, Faltblatt mit Konzertterminen hier